Bei den Wlachs hat sich was verändert!


Eigentlich wollten wir unsere zwei 164er behalten. Sie waren wirklich gute und zuverlässige Freunde.

Es sollte aber anders kommen!

Wir wollten in Horn im Waldviertel nur Einkaufen, als uns ein kleines Alfa-Zeichen beim Autohaus Lehr (Ford) zum Abbiegen und Hineingehen zwang.
Drinnen ein sehr sympathischer und freundlicher Verkäufer (Herr Rehrl) mit dem sich sofort ein Gespräch (d.h. eher ein Schwärmen) über Alfa Romeo entwickelte. Es war wie Alfisti unter sich. Im Verlauf dieses Gespräches drückte er mir den Schlüssel dieses 147 JTD in die Hand und meinte ich soll einfach mal damit fahren.

Was soll ich sagen, da war's schon vorbei mit der Treue zum 164er (einem Freund der letzten 5 Jahre) und auch mit der Überzeugung, dass in einen Alfa ein Benzinmotor gehört.

Es war Liebe auf den ersten Blick!


Alfa 147 1,9 JTD Distinctive Bj: 01/2003 - 5000 km

Aber es war nicht nur das Auto. Das Verkaufsgespräch war kein Verhandeln über Prozente und auch keine Rederei über Kofferraum (Ladekanten), Verarbeitung und Frauenautos. Wir waren uns einig - Alfa Romeo fahren ist Emotion und Gefühl. Das sitzt im Bauch nicht im Kopf - egal ob 115 Diesel-PS oder 250 Benzin-PS.
Als ich dann eine Woche später mit meinem schon 13 Jahre (189.000km) alten 164er zum Ankaufstest gekommen bin, gab es keine herablassenden Blicke.

Das Bewegen eines Alfa 147 erinnert an die Zeiten des Alfasud. Ich fühle mich in meinen alten Sprint zurückversetzt. Ein paar Unterschiede gibt es aber doch:
Ein Drehmoment von 275 NM aber bei 2.000 U/Min., unvergleichliche Bremsen - auf die man sich immer verlassen kann und eine Lenkung, die süchtig macht. Das Schönste an diesem Auto ist das Kurvenfahren und zwar auch ohne Sportfahrwerk!
Autobahn ist fast zu fad. Wenn es aber doch notwendig sein sollte, gibt es einen Tempomat um den sonst so beanspruchten Gas-Fuß zu entlasten.
Wenn man aber nach dem Kolonnenspringen auf der 4er Bundesstraße ins Waldviertel den Durchschnittsverbrauch abruft, erlebt man eine weitere Überraschung 6,3 L/100 km Diesel - ist ja auch nicht schlecht, oder?


Eine Woche später in Eisenstadt Autohaus Nemeth. Ein 166er im Internet hat uns hingelockt und diesmal hat's Toni erwischt.

Dort gibt es einen Herrn Gutdeutsch, der anscheinend auch das Alfa-Virus im Blut hat. Schnell war eine Probefahrt organisiert und auch Toni hat seinen alten Freund, den 164er zum Ankaufstest gebracht.
Man glaubt es kaum - es gibt Autohäuser in denen gebrauchte 164er 2 Liter Benziner willkommen sind.

Wieder die gleiche zuvorkommende Behandlung wie in Horn und ein angenehmes Verkaufsgespräch. Man teilt seine Sorgen über die Italiener und seine Freude über die Autos, die sie bauen.

Am 18. April war es dann soweit, auch Toni wurde zum Dieselfahrer. Jetzt sind seine regelmäßigen Staus auf der Südosttangente angenehme Ereignisse, die es ihm ermöglichen länger im Auto zu verbringen und die Atmosphäre zu genießen.


Alfa 166 2,4 JTD Bj: 07/1999 - 70.000 km (Navigationssystem)

Er sagt, man fühlt sich von der Außenwelt getrennt - von Hektik und Lärm. Man genießt die Ruhe im Auto oder hört seine Lieblingsmusik (das ist dann weniger ruhig). Er kommt auch schon entspannter nach Hause und genauso geht's mir auch.

Wir haben's beide nicht mehr eilig ans Ziel zu kommen, denn wir genießen die Fahrt. In einem Alfa Romeo geht es nicht darum anzukommen, sondern drinnen zusitzen und ihn zu bewegen. Egal, welches Baujahr und es ist auch egal ob Diesel oder Benziner - das trauen wir uns beide heute laut zu sagen - es ist eigene Erfahrung!

Vergesst die blöden Sprüche wie: "Ich brauche mein Auto nur, um von A nach B zu kommen".
Wer diese Einstellung hat, wird immer genervt im Stau stehen und sich nur ärgern.

Autos sind Freunde, die uns einige Zeit auf unseren Wegen begleiten. Wenn man sie als Freund behandelt wird man nie Schwierigkeiten mit ihnen haben.

Conny und Toni

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